Mittwoch, 21. März 2018
Neue Medikamente
Da ich zur Zeit wieder sehr starke Antriebsprobleme habe, ich wieder in eine Gleichgültigkeit abzurutschen drohe und mein Schlafrhythmus komplett aus der Bahn geworfen ist, vermute ich sehr stark, dass ich am Rande einer erneuten depressiven Phase stehe.
Beziehungsweise mich auf dem Weg nach unten befinde, denn depressive Verstimmungen gehören bei mir zum normalen Alltag dazu. Habe nämlich zusätzlich eine Dysthemie, also eine chronische depressive Verstimmung, diagnostiziert bekommen. Das heißt die Symptome sind nicht ganz so ausgeprägt, wie bei einer depressiven Episode, aber dennoch vorhanden
Zusätzlich können allerdings auch depressive Episonden auftreten, man spricht dann von einer Doppeldepression. Begünstigt wird das Ganze, wenn es unbehandelte beziehungweise nicht erkannte depressive Episoden gab. Das waren bei mir durchaus einige, allerding habe ich nie mit jemandem darüber reden können beziehungsweise wurde dann nicht ernst genommen, womit ich noch weniger bereit war, darüber zu sprechen.
Auf jeden Fall ist mein Arzt sich gestern sehr unsicher gewesen, wie er die aktuelle Situation werten soll. Er meinte, entweder es ist wirklich eine beginnende Episode oder ich bin mit meinem Antidepressivum über dem Wirklevel und müsste wieder runter dosieren.
Allerdings möchte er zur Zeit äußerst ungern am Antidepressivum rumbasteln. Zitat: "Wer weiß, was das alles gerade noch zusammen hält."
So gibt es nun einen anderen Versuch. Und zwar ist mein ADHS-Medikament Methylphenidat in Form von Ritalin Adult durch Amfetaminsulfat-Saft ausgetauscht worden. Er meinte, dass Ritalin oft den Effekt hat, dass man Gefühlskalt wird und in eine Gleichgültigkeit abzurutschen droht. Außerdem ist der Amfetaminsulfat-Saft Antriebssteigernd und soll mir den "Tritt in den Arsch" geben.
Des Weiteren soll die Wirkung sanfter sein und es soll weniger Probleme mit dem Rebound geben.
Rebound ist der Moment, wenn die Wirkung des Medikaments aufhört und die Symptome wie Unruhe, Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Konzentrationsprobleme sehr stark wieder eintreten. Das hat aber nichts mit Abhängigkeit oder so zu tun. Ich vergleiche es einfach mal mit einer Sehschwäche. Ohne Brille oder Kontaktlinsen kann man zwar auch schauen, aber es ist anstrengender. Hat man nun eine ganze Weile seine Sehhilfe benutzt und setzt diese ab, dann hat man logischer Weise wieder Probleme mit dem Sehen. Nach einiger Zeit fängt der Körper an zu kompensieren und man kann wieder etwas besser schauen, zwar mit Kopfschmerzen etc. als Nebenwirkung, aber es ist besser als kurz nach dem Absetzen der Sehhilfe.
Ich mit Medikinet extreme Probleme mit dem Rebound und wurde nach Wirkstoffende teilweise Aggressiv und konnte einfache Fragen nicht beantworten, geschweige denn meine Handynummer angeben. Keine 10 Minuten nachdem ich verzweifelt eine Freundin habe meine Nummer aufschreiben lassen, wusste ich sie wieder.
Ich bin wirklich gespannt, wie ich die Wirkung erlebe und ob ich einen großen Unterschied zwischen Ritalin und dem Saft merke.
Nach dem ersten Tag kann ich noch nicht so viel sagen. Nur das ich mich anders fühle. Irgendwie wacher beziehungsweise klarer.
Montag, 26. Februar 2018
Amor und seine scheiß Pfeile
Liegt zum einen daran, dass ich zu Hause keinen PC mehr habe und ich einfach keinen Bock habe mit dem Tablet zu schreiben. Das mag mal für kurze Texte gehen, aber nicht auf Dauer.
Gerade sitze ich nun auf Arbeit, Kinder sind alle im Bett und Schlafen und ich habe bereits meine Nachtbereitschaftszeit, so dass ich auch private Dinge erledigen kann.
So auch hier der angekündigte Bericht über Amor, welcher seine Pfeile irgendwie komisch verteilt und eine Tine, welche keine Ahnung von dem ganzen Liebeskram hat und sich somit komplett in etwas verrannt hat, was von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen ist. Dafür, dass ich das jetzt so schreiben kann und erkannt habe, was gerade falsch läuft habe ich ein halbes Jahr gebraucht. Ein halbes Jahr in dem ich in einer Beziehung gewesen bin.
Kennengelernt haben wir uns auf einem großen Festival. Allerdings nicht besoffen unter den Feiernden, nein wir haben gearbeitet. Ich bin seit nun fast 4 Jahren in meiner Stadt Mitglied im Roten Kreuz und arbeite dort ehrenamtlich im Sanitätsdienst. Man erlebt viel und hat halt auch die Möglichkeit auf Festivals zu arbeiten.
Natürlich wurde ich für die Nachtschicht eingeteilt. Und natürlich nicht an der Bühne, sondern schön im Zeltlager. Während der Einsatzbesprechung stand neben mir ein Riese, welcher das Glück hatte an die Bühne zu dürfen. Ich war schon etwas neidisch, denn immerhin spielten Trailerpark und Jennifer Rostock um nur mal zwei gute Bands zu nennen. Aber auch meine Arbeit im Zelt machte sehr viel Spaß und ich kam gut mit den Kollegen aus, welche ich vorher nicht kannte.
Tagsüber hatten wir dann frei zum Schlafen und Entspannen. Unser Lager war etwa 20 Minuten Fußweg von dem Hauptgeschehen entfernt, so dass man auch halbwegs schlafen konnte.
Nach dem Schlafen saß man dann zusammen und redete, über den Dienst und was einen sonst so beschäftigte. So kam ich auch mit dem Riesen, welcher an der Bühne arbeitete, ins Gespräch und wir fanden heraus, dass wir viele gemeinsame Interessen haben, beide den selben Beruf gelernt haben und uns auch sonst sehr gut verstanden.
Nach den drei Nachtdiensten tauschte man Nummern aus, damit er mir Fotos und Videos einiger Acts schicken konnte.
Eine Woche später stand für mich der Klinikaufenthalt an und ich hatte ein großes Problem. Ich hatte mich zwar frühzeitig um die Unterbringung meiner Katzen gekümmert, aber Ralfs Pflegestelle sprang aus Schwangerschaftsgründen und Toxoplasmose kurzfristig ab, so dass ich mit meiner Katze ohne Unterbringung da stand. Zu Örchen konnte er leider nicht, da dort nur für einen Platz war und die mit ihm auch gut ausgelastet waren. Alleine bleiben und jemanden füttern lassen, über den Zeitraum von sechs bis acht Wochen, absolut ausgeschlossen.
Also fragte ich in meiner Verzweiflung den Riesen, der übrigens Steve hieß, um Hilfe, nachdem er erzählte er habe ein Haus, in welchem auch eine weitere Katze wohnt und seine Oma, die ihn auch bekuscheln könnte. Denn seine Katze ist keine Schmusekatze, wohingegen Ralf jeden Gelegenheit nutzt, die sich ihm bietet.
Und so erklärte sich Steve dazu bereit, Ralf bei sich aufzunehmen. Wir hatten uns schon vorher zu einem Treffen in Berlin verabredet, da wir uns doch sehr sympathisch waren und ich außerdem noch ein paar Klamotten benötigte. Also Samstag nach Berlin, mich mit Steve auf einen Eisbecher und Vapiano getroffen. Es war sehr schön, auch mal in einer anderen Atmosphäre miteinander reden zu können und so füllten wir locker 7 Stunden.
Sonntag wollte Steve dann zu mir kommen und Ralf abholen. Da er ja ausgerüstet gewesen ist, brauchte ich nur die Box mit Katze fertig machen. Vorher sind wir noch spazieren gegangen.
Dann ging am nächsten Tag für mich die große Reise los.
Für das zweite Wochenende meines Klinikaufenthalts kündigten sich meine Großeltern an und oh Überraschung Steve. Er brachte sogar ein Kissen mit Foto von sich und Ralf mit. Ja ziemlich kitschig, aber irgendwo auch echt süß. Außerdem hatte er einen Picknickkorb vorbereitet, da wir zusammen in Berlin eine Decke für meinen Aufenthalt gekauft hatten.
Weitere zwei Wochen später stand Steve erneut auf der Matte. Man muss dazu sagen, dass die Klinik nicht um die Ecke lag, sondern 350 Kilometer und etwa 3 1/2 Stunden Fahrtweg entfernt war.
Das zweite Mal hatte er sich allerdings in einer Pension in der Umgebung der Klinik eingemietet für eine Nacht, so dass wir etwas mehr Zeit miteinander hatten. Dieses Wochenende ist auch Kirmes im Dorf gewesen und er Schoss mir einen relativ großen Minion. Auf dem Rückweg vom Dorf in die Klinik kam es dann zum ersten Kuss.
Steve besuchte mich zwei Wochen später wieder und auch, als ich um zwei Wochen verlängert wurde, kam er mich wieder besuchen. Von meiner Station kannten ihn viele und er wurde teilweise schon als Teil der Gruppe gesehen.
Das letzte Wochenende blieb er sogar über zwei Nächte. In der ersten Nacht schlief er bei mir im Zimmer, richtig rebellisch im zweiten Bett meines Dreibettzimmers. Zumindest habe ich ihn dort nach einer halben schlaflosen Nacht hin verbannt.
Zweite Nacht wurde noch rebellischer, eine sehr gute Freundin von meiner Station hatte den nächsten Tag Geburtstag und wollte mit uns rein feiern. Aber nicht langweilig in der Klinik. Nein ein netter Discobesuch war geplant. Gesagt getan, ein weiterer aus unserem Kleeblatt-Team kam aus Kiel, was nicht weit von der Klinik lag. So schmiedeten wir den Plan, bei ihm zu schlafen und in Kiel feiern zu gehen. Natürlich nicht ganz erlaubt über Nacht weg zu bleiben. Aber es war ein verdammt geiler Abend und die anderen haben Augen gemacht, als nach der Entlassung von uns allen ein Video des Abends in der WhatsApp-Gruppe landete. Und wir haben bemerkt, dass wir besser keine Schauspieler werden sollten. Denn trotz Feiertag durften wir nicht ausschlafen, sondern hatten gegen 11 Uhr eine Therapie auf dem Plan stehen. Denn es dürfen keine 3 Tage am Stück Therapiefrei sein und der Feiertag ist ein Montag gewesen. Aber es war eine etwas andere Therapie und hat echt Spaß gemacht.
Am Montagabend fuhr Steve wieder nach Hause und kam mich am Mittwoch-Mittag abholen. Meine acht Wochen waren vorbei und nun ging es wieder nach Hause. Wir fuhren als erstes bei meinen Großeltern ran, welche die Post für mich gesammelt haben und für die ersten Tage eingekauft hatten. Immerhin waren wir erst am späten Abend wieder in der Heimat.
Er brachte mich danach auch noch nach Hause und wir holten gemeinsam Örchen bei seiner Pflegestelle ab, die froh waren ihn los zu werden. Er hat mich sehr vermisst und blöderweise ist vorher nicht aufgefallen, dass er erblindet ist. In seiner gewohnten Umgebung kannte er sich aus, aber in der fremden Umgebung lief er ständig gegen Wände, pinkelte an falschen Stellen und bekam noch Herz- und Lungenprobleme, so dass sie Notfallmäßig mit ihm zum Tierarzt mussten. Also bekam ich meinen Kater mit Ausstattung und jeder Menge Medikamenten wieder. Leider hat er nur noch knapp zwei Monate gehabt, ehe er über die Regenbogenbrücke gegangen ist.
Ralf bekam ich erstmal gar nicht wieder, denn der ist zwei Tage vor meiner Rückkehr stiften gegangen. Tauchte aber nach drei Wochen wieder auf. Vermutlich nur, weil ihn draußen keiner gestreichelt und bekuschelt hat. ;)
Mit Steve lief es in der nächsten Zeit ganz gut. Die Wochenenden war er bei mir und wir verbrachten viel Zeit miteinander. Teilweise blieb er auch in der Woche bei mir, auch als ich teilstationär in einer Tagesklinik gewesen bin. Er brachte mich morgens hin, schlief nochmal und erledigte dann einige Arbeiten, ehe er mich Nachmittags wieder abholte.
Ich lernte seine Eltern kennen, welche super nett waren und mich sofort liebevoll in die Familie aufgenommen haben.
Ich denke, jeder andere hätte mich um meinen Freund beneidet. Er war wirklich sehr liebevoll, sorgte sich rührend und unterstütze mich, auch wenn ich Phasen hatten in denen ich schwer zu ertragen war. Aber irgendwie war es nichts für mich, denn es war viel zu eng und zu viel. Außerdem hatte ich lange Zeit Angst davor, mit ihm über den Missbrauch zu reden und meiner damit verbundenen sehr vorsichtigen und unsicheren Herangehensweise an sexuelle Aktivitäten. Denn immerhin war und bin ich noch Jungfrau, zumindest nach rein biologischer Sicht.
Ich fühlte mich insgesamt immer unwohler, konnte aber nicht benennen, woran es lag. Ich führte Gespräche ohne Ende, aber er verstand es nicht, dass ich meinen Freiraum brauchte.
Im Februar hatte ich einen kompletten Absturz, in dem ich nicht zur Arbeit ging, mich komplett einigelte und mein Handy ausschaltete. Klar machte er sich nur Sorgen, aber ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt, was meine Gesundheit und meine Macken anbelangt, so dass er wusste wenn so etwas ist, einfach in Ruhe lassen und mir etwas Zeit geben, dass ich von selber auf jemanden zu gehe. Mich in so einer Situation sofort unter Druck zu setzen ist absolut kontraproduktiv.
Irgendwann begann ich zu begreifen, ein Grund für den fetten Absturz war neben meiner schlechten Arbeit, bei der ich mich ganz und gar nicht wohl fühlte, auch die Beziehung zu Steve.
Richtig bewusste wurde es mir, als sich das schlechte Gewissen meldete. Ich bekam Ende Februar die Zusage für meine neue Wohnung. Steve hat sehr viel in der Wohnung gearbeitet, bis ich merkte, dass er es aus einem anderen Grund tat. Denn für mich war klar, das wird MEINE Wohnung. Er sagte zwar, er finde es noch zu früh zum Zusammenziehen und hat zudem auch Haus und Grundstück sowie Arbeit 1 1/2 Stunden von mir entfernt, aber ich denke ingeheim hat er es doch gehofft, dass es unsere Wohnung wird.
Das war der Punkt, wo ich merkte, dass etwas ganz gewaltig schief läuft.
Meine große Stärke ist, dass ich wenn ich erkannt habe, was mir nicht gut tut, auch direkt daran arbeiten kann, so dass ich umgehend das Gespräch suchte und ihm meine Situation erklärte. Ich hatte zwar sehr große Angst vor dem Gespräch, denn als Mensch ist er mir extrem wichtig geworden mit seiner fürsorglichen Art. Aber halt nicht für eine Beziehung. Dennoch wusste ich, dass ich ihm nichts vorspielen kann und möchte, denn damit hätte ich ihn nur noch mehr verletzt und kaputt gemacht.
Ich denke ich habe unbewusst, schon sehr viel angerichtet bei ihm. Ich konnte während der Beziehung nicht "Ich liebe dich" sagen, es ging einfach nicht, da ich es nicht gefühlt habe. Einmal sagte er zu mir, er wisse wie schwer mir Gefühle fallen und dass er sich so freut, dass ich es ja schon einmal gesagt habe. Meine total geschockte Antwort: "Was habe ich gemacht?" Nett und einfühlsam ist vielleicht nicht so ganz meine Stärke.
Klar hat es ihn super verletzt, dass ich die Beziehung beendet habe, aber ich war da sehr strikt, denn ich wollte ihm auch keine Hoffnungen machen, um ihn dann wieder zu enttäuschen.
Leider haben Steve und ich heute gar keinen Kontakt mehr, da er auch nach langer Zeit nicht auf Nachrichten reagiert. Finde ich sehr schade, denn als Mensch habe ich ihn wirklich lieb gewonnen.
Wie schon geschrieben vermute ich nun, dass ich als alte Katzenomi enden werde. Aber abwarten, was die Zeit so bringt.
Samstag, 16. Dezember 2017
Comeback
Hey ihr Lieben.
Ich wurde vor einiger Zeit von einer alten Bekannten beim Klassentreffen auf diesen Blog angesprochen und dass sie es total schade finde, dass es keine Updates mehr gibt.
Immer wieder spukte nun das Thema Blog wieder in meinem Hinterkopf umher und ich habe mich nun dazu entschlossen den Blog zu reaktivieren. Vielleicht hilft es mir ja doch einiges in meinem Kopf zu ordnen zu bestimmten Themen. Außerdem ist es doch eine tolle Abwechslung, habe auch gerade einige meiner alten Posts nachgelesen und musste bei einigen doch sehr schmunzeln. ☺
Was hat sich getan bei mir?
Ich habe einen langen Klinik Aufenthalt in Bad Bramstedt hinter mir. Es war so mit die beste, aber auch anstrengendste Zeit in meinem Leben. Ich so viele tolle neue Leute kennen gelernt, die doch alle ähnliche Sorgen und Probleme haben. In den Gruppen-Therapien habe ich mich teilweise gefragt, ob die Leute von ihren Problemen sprechen oder meine Gedanken gelesen haben. Auch unabhängig vom Alter habe ich noch mit vielen aus dieser Zeit Kontakt und man erinnert sich immer wieder gemeinsam an witzige Erlebnisse, von denen es einige gab. Gerade meine Station (die A1 = ADHS im Erwachsenen Alter) war in der Klinik etwas gefürchtet, da wir doch alle einen mehr oder weniger kleinen Knall hatten und es bei uns immer laut und teilweise auch sehr lustig zuging. Schon faszinierend, wie sehr man sich teilweise verstellen kann bzw. wie sehr die Hyperaktivität und die Depressionen sich gegenseitig beeinflussen.
Nach den zwei Monaten in Bad Bramstedt ging es wieder zurück in die Heimat und es folgten zwei Monate teilstationär in einer Tagesklinik. Schrecklichste Zeit überhaupt, auch wenn ich dabei viel über mich und die Entstehung bzw den Zusammenhang einiger meiner Probleme gelernt habe. Aber im Großen und Ganzen ist die Klinik nicht auf ADHS ausgelegt gewesen und daher habe ich eher wenig in die Gruppe gepasst, bis dann eine junge Dame dazu kam, wo ich ebenfalls ne Hyperkinetische Störung vermutet habe. Besagte Dame ist mit einer Borderline-Diagnose entlassen worden. Dazu muss ich erklären, dass ADHS und Borderline sich sehr stark ähneln und sehr schwierig zu unterscheiden sind, wenn man die Unterschiede nicht kennt. Auf jeden Fall war nach 9 Wochen mitten in der Umstellung meines Antidepressivas (war gerade am ausschleichen) kurzfristig Schluss. Ich wurde wegen angeblich zu vieler Fehltage vorzeitig entlassen, dabei hatte ich genau die Tage, die ich haben durfte und es wurden mir Tage an denen ich zu spät gekommen bin als Fehltage angekreidet. Insgeheim denke ich, sie haben nur einen Grund gesucht mich los zu werden.
Seit Dezember letzten Jahres erhalte ich Wiedereingliederungshilfe nach SGB XII, dass heißt eine nette Dame die mich 13 Stunden im Monat betreut und mit mir bestimmte Strukturen erarbeitet. Sie hilft mir sehr weiter und wir verstehen uns auch gut. Dennoch hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich mich auf die Hilfe einlassen konnte. Auch hier bin ich wieder in mein Vermeidungsverhalten gefallen, habe mich eingeigelt und Termine nicht wahr genommen. Es gab ein ernstes Gespräch, später auch mit der Dame vom Sozialamt und mir wurde durch eine Aufgabe (ich sollte schreiben, was mir die Hilfe bringt und was passieren würde wenn ich die Hilfe nicht mehr hätte) klar, wie wichtig meine ambulante Betreuerin für mich ist. Es ist wirklich nur eine Unterstützung und hat nichts mit einem gesetzlichen Betreuer zu tun.
In diesem Jahr habe ich 2 mal die Arbeit gewechselt und arbeite nun seit knapp zwei Monaten in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. War schon immer mein Wunschbereich als Erzieherin. Auch wenn meine Betreuerin immer wieder meint, wie paradox es doch ist, dass ich auf Arbeit Kinder und Jugendliche auf einen guten Weg bringe und doch mein eigenes Leben wenig bis kaum auf die Reihe bekomme. Vor meiner jetzigen Stelle habe ich ein halbes Jahr bei einem anderen Träger der Jugendhilfe gearbeitet.
Und nicht zu vergessen der eine Monat Gastspiel in einer Eltern-Kind-Gruppe im Asylübergangswohnheim. Aber das war absolut nicht meine Stelle, die Kinder waren mir alle zu jung, die Eltern haben nicht mitgezogen und diese Gruppe gab es mit meinem Beginn dort. Also wäre es meine Aufgabe gewesen, alles zu erschaffen, wozu ich mich definitiv nicht in der Lage gesehen habe. Es war mir alleine zu viel Verantwortung.
Außerdem bin ich Anfang des Jahres umgezogen. Ich habe nun eine gemütliche 3-Raumwohnung in zentraler Lage meiner Stadt. Wirklich schöne Ecke und das optimale, ich bin mit Fahrrad innerhalb von 3 Minuten am Kreisverband vom DRK. Das ist für die Ausbildungsabende und Einsätze wirklich extrem praktisch.
Örchen ist leider Ende letzten Jahres gestorben. 😔
Er war zum Ende sehr krank und ich stelle mir teilweise die Frage, ob ich den Zeitpunkt um ihn zu erlösen verpasst habe und ob er sich dadurch sehr gequält hat.
Aber ich habe seit etwa 1 1/2 Jahren einen zweiten Kater (Ralf) und gegen März diesen Jahres kam noch ein weiterer Kater (Mex) dazu.
Das war in absoluter Kurzfassung mein letztes Jahr.
Ein weiteres großes Kapitel des letzten Jahres folgt morgen. Ich bin gleich auf einen Geburtstag eingeladen.
Samstag, 18. Juni 2016
Der schwerste Kampf
Wie ich in einem der letzten Posts schon angesprochen habe, ging es mir im letzten Jahr psychisch ordentlich dreckig.
Nachdem ich mich überwunden hatte und mich noch einmal auf die Suche nach einem neues Arzt gemacht habe, habe ich einen richtig guten gefunden. Bin mit ihm an sich wirklich super zufrieden.
Er hört sich immer meine Sorgen und Probleme an und läßt mich auch viele Entscheidungen selber treffen.
Er stellte dann auch meine aktuelle Diagnose "rezidivierende Depression aktuell mittlerer Schweregrad". Dazu muss ich sagen, würde man rein nach den Kriterien gehen, wäre ich damals auch in schwere Depression reingekommen.
Habe auch lange mit mir gerungen, habe mich dann allerdings doch für Medikamente entschieden.
Das Erste mussten wir nach knapp einem Monat auf Grund extremster Nebenwirkungen, in 1 1/2 Wochen 7 Kilo runter (sind aber wieder rauf keine Sorge) da ich einfach keinen Appetit hatte, starken Muskeltremor (zittern) in der Hand und Neigung bei kleinsten Berührungen Blaue Flecke zu bekommen, absetzen. Außerdem hatte es nach etwa 5 Wochen noch immer keine Wirkung gezeigt.
Bin übrigens die Zweite in der dreißigjährigen Karriere des Arztes, die es nicht vertragen hat und das ist mit das Gängigste.
Das neue Medikamente hatte Anfangs überhaupt keine Nebenwirkungen und hat super angeschlagen. Allerdings hatte ich nach zwei Monaten ein Gefühl von Gewöhnung und die Probleme verschlechterten sich wieder.
So wurde hochdosiert: Mittlerweile sind wir auf der zweithöchsten Dosis angekommen und langsam hört dieser Gewöhnungseffekt auf. Allerdings hatte ich die ersten zwei Wochen nach der Hochdosierung extremsten Nachtschweiß.
In der Zeit hatte ich auch eine Therapie begonnen, sie aber noch innerhalb der Probezeit (5 Sitzungen) wieder abgebrochen. Irgendwie hat es mit dem Therapeuten nicht hingehauen, ich konnte mich nicht komplett öffnen und es ging mir teilweise noch schlechter.
Ab August habe ich mich nun auch um einen Platz in einer Klinik bemüht, wo ich dann den Beginn einer neuen Therapie wagen werde. Immerhin bin ich dann in Beobachtung und man kann sofort eingreifen, wenn es mir doch schlechter gehen sollte.
Warum ich so ausführlich darüber schreibe?
Ich möchte euch zeigen, dass es sich lohnt den Kampf anzugehen.
Ich kämpfe mich gerade Schritt für Schritt in ein normales Leben zurück, ja es gibt auch Rückschläge, aber ich bleibe dran und will unbedingt was an der aktuellen Situation ändern.
Das Leben ist zu wertvoll...
Donnerstag, 9. Juni 2016
Lebenszeichen
Hallo ihr Lieben.
Ich weiß es ist wirklich ewig her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe.
Aber es war einfach so viel los und mir ging es psychisch auch nicht berauschend, so dass ich einfach nicht die Kraft hatte mit meiner Außenwelt zu kommunizieren.
Letztes Jahr im Februar war es dann so extrem, dass ich noch einen zweiten Versuch gewagt habe und mir einen neuen Psychiater gesucht habe.
Termin hatte ich dann im Juni bekommen, wo ich die Diagnose "rezidivierende Depressionen" erhalten habe. Wurde auch auf die ersten Antidepressiva eingestellt, welche ich allerdings nach einem Monat auf Grund extremster Nebenwirkungen wieder absetzen musste. Also Versuch mit ADs Nummer zwei, welche Anfangs gut halfen, aber nach ein bis zwei Monaten gibt es immer so eine Art resistenz. Daher bin ich nun auf der zweithöchsten Dosis angekommen.
Aber zur Zeit geht es eigentlich gut bergauf, da auch ein Ende des Schulstresses in Sicht ist. *-*
Das muss erstmal einer nach machen, so viele Fehlzeiten zu haben und die Ausbildung dann doch in Regelzeit mit einem doch relativ guten Ergebnis zu schaffen.
Morgen schreibe ich die letzte Prüfung und dann muss ich vermutlich in den Fächern noch einmal mündlich ran.
Werde mich morgen melden, wie es gelaufen ist. :)