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Mittwoch, 21. März 2018

Neue Medikamente

Gestern wieder einmal einen Termin bei meinem Psychiater gehabt. Er ist zum Glück ein absoluter Experte auf dem Gebiet ADHS im Erwachsenenalter und die damit auftretenden anderen Erkrankungen, wie bei mir die Depressionen.
Da ich zur Zeit wieder sehr starke Antriebsprobleme habe, ich wieder in eine Gleichgültigkeit abzurutschen drohe und mein Schlafrhythmus komplett aus der Bahn geworfen ist, vermute ich sehr stark, dass ich am Rande einer erneuten depressiven Phase stehe.
Beziehungsweise mich auf dem Weg nach unten befinde, denn depressive Verstimmungen gehören bei mir zum normalen Alltag dazu. Habe nämlich zusätzlich eine Dysthemie, also eine chronische depressive Verstimmung, diagnostiziert bekommen. Das heißt die Symptome sind nicht ganz so ausgeprägt, wie bei einer depressiven Episode, aber dennoch vorhanden
Zusätzlich können allerdings auch depressive Episonden auftreten, man spricht dann von einer Doppeldepression. Begünstigt wird das Ganze, wenn es unbehandelte beziehungweise nicht erkannte depressive Episoden gab. Das waren bei mir durchaus einige, allerding habe ich nie mit jemandem darüber reden können beziehungsweise wurde dann nicht ernst genommen, womit ich noch weniger bereit war, darüber zu sprechen.

Auf jeden Fall ist mein Arzt sich gestern sehr unsicher gewesen, wie er die aktuelle Situation werten soll. Er meinte, entweder es ist wirklich eine beginnende Episode oder ich bin mit meinem Antidepressivum über dem Wirklevel und müsste wieder runter dosieren.
Allerdings möchte er zur Zeit äußerst ungern am Antidepressivum rumbasteln. Zitat: "Wer weiß, was das alles gerade noch zusammen hält."
So gibt es nun einen anderen Versuch. Und zwar ist mein ADHS-Medikament Methylphenidat in Form von Ritalin Adult durch Amfetaminsulfat-Saft ausgetauscht worden. Er meinte, dass Ritalin oft den Effekt hat, dass man Gefühlskalt wird und in eine Gleichgültigkeit abzurutschen droht. Außerdem ist der Amfetaminsulfat-Saft Antriebssteigernd und soll mir den "Tritt in den Arsch" geben.
Des Weiteren soll die Wirkung sanfter sein und es soll weniger Probleme mit dem Rebound geben.
Rebound ist der Moment, wenn die Wirkung des Medikaments aufhört und die Symptome wie Unruhe, Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Konzentrationsprobleme sehr stark wieder eintreten. Das hat aber nichts mit Abhängigkeit oder so zu tun. Ich vergleiche es einfach mal mit einer Sehschwäche. Ohne Brille oder Kontaktlinsen kann man zwar auch schauen, aber es ist anstrengender. Hat man nun eine ganze Weile seine Sehhilfe benutzt und setzt diese ab, dann hat man logischer Weise wieder Probleme mit dem Sehen. Nach einiger Zeit fängt der Körper an zu kompensieren und man kann wieder etwas besser schauen, zwar mit Kopfschmerzen etc. als Nebenwirkung, aber es ist besser als kurz nach dem Absetzen der Sehhilfe.
Ich mit Medikinet extreme Probleme mit dem Rebound und wurde nach Wirkstoffende teilweise Aggressiv und konnte einfache Fragen nicht beantworten, geschweige denn meine Handynummer angeben. Keine 10 Minuten nachdem ich verzweifelt eine Freundin habe meine Nummer aufschreiben lassen, wusste ich sie wieder.

Ich bin wirklich gespannt, wie ich die Wirkung erlebe und ob ich einen großen Unterschied zwischen Ritalin und dem Saft merke.
Nach dem ersten Tag kann ich noch nicht so viel sagen. Nur das ich mich anders fühle. Irgendwie wacher beziehungsweise klarer.

Montag, 26. Februar 2018

Amor und seine scheiß Pfeile

Sorry, irgendwie bekomme ich es nicht wirklich regelmäßig hin hier Updates rein zu stellen.
Liegt zum einen daran, dass ich zu Hause keinen PC mehr habe und ich einfach keinen Bock habe mit dem Tablet zu schreiben. Das mag mal für kurze Texte gehen, aber nicht auf Dauer.
Gerade sitze ich nun auf Arbeit, Kinder sind alle im Bett und Schlafen und ich habe bereits meine Nachtbereitschaftszeit, so dass ich auch private Dinge erledigen kann.
So auch hier der angekündigte Bericht über Amor, welcher seine Pfeile irgendwie komisch verteilt und eine Tine, welche keine Ahnung von dem ganzen Liebeskram hat und sich somit komplett in etwas verrannt hat, was von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen ist. Dafür, dass ich das jetzt so schreiben kann und erkannt habe, was gerade falsch läuft habe ich ein halbes Jahr gebraucht. Ein halbes Jahr in dem ich in einer Beziehung gewesen bin.

Kennengelernt haben wir uns auf einem großen Festival. Allerdings nicht besoffen unter den Feiernden, nein wir haben gearbeitet. Ich bin seit nun fast 4 Jahren in meiner Stadt Mitglied im Roten Kreuz und arbeite dort ehrenamtlich im Sanitätsdienst. Man erlebt viel und hat halt auch die Möglichkeit auf Festivals zu arbeiten.
Natürlich wurde ich für die Nachtschicht eingeteilt. Und natürlich nicht an der Bühne, sondern schön im Zeltlager. Während der Einsatzbesprechung stand neben mir ein Riese, welcher das Glück hatte an die Bühne zu dürfen. Ich war schon etwas neidisch, denn immerhin spielten Trailerpark und Jennifer Rostock um nur mal zwei gute Bands zu nennen. Aber auch meine Arbeit im Zelt machte sehr viel Spaß und ich kam gut mit den Kollegen aus, welche ich vorher nicht kannte.
Tagsüber hatten wir dann frei zum Schlafen und Entspannen. Unser Lager war etwa 20 Minuten Fußweg von dem Hauptgeschehen entfernt, so dass man auch halbwegs schlafen konnte.
Nach dem Schlafen saß man dann zusammen und redete, über den Dienst und was einen sonst so beschäftigte. So kam ich auch mit dem Riesen, welcher an der Bühne arbeitete, ins Gespräch und wir fanden heraus, dass wir viele gemeinsame Interessen haben, beide den selben Beruf gelernt haben und uns auch sonst sehr gut verstanden.
Nach den drei Nachtdiensten tauschte man Nummern aus, damit er mir Fotos und Videos einiger Acts schicken konnte.
Eine Woche später stand für mich der Klinikaufenthalt an und ich hatte ein großes Problem. Ich hatte mich zwar frühzeitig um die Unterbringung meiner Katzen gekümmert, aber Ralfs Pflegestelle sprang aus Schwangerschaftsgründen und Toxoplasmose kurzfristig ab, so dass ich mit meiner Katze ohne Unterbringung da stand. Zu Örchen konnte er leider nicht, da dort nur für einen Platz war und die mit ihm auch gut ausgelastet waren. Alleine bleiben und jemanden füttern lassen, über den Zeitraum von sechs bis acht Wochen, absolut ausgeschlossen.
Also fragte ich in meiner Verzweiflung den Riesen, der übrigens Steve hieß, um Hilfe, nachdem er erzählte er habe ein Haus, in welchem auch eine weitere Katze wohnt und seine Oma, die ihn auch bekuscheln könnte. Denn seine Katze ist keine Schmusekatze, wohingegen Ralf jeden Gelegenheit nutzt, die sich ihm bietet.
Und so erklärte sich Steve dazu bereit, Ralf bei sich aufzunehmen. Wir hatten uns schon vorher zu einem Treffen in Berlin verabredet, da wir uns doch sehr sympathisch waren und ich außerdem noch ein paar Klamotten benötigte. Also Samstag nach Berlin, mich mit Steve auf einen Eisbecher und Vapiano getroffen. Es war sehr schön, auch mal in einer anderen Atmosphäre miteinander reden zu können und so füllten wir locker 7 Stunden.
Sonntag wollte Steve dann zu mir kommen und Ralf abholen. Da er ja ausgerüstet gewesen ist, brauchte ich nur die Box mit Katze fertig machen. Vorher sind wir noch spazieren gegangen.
Dann ging am nächsten Tag für mich die große Reise los.
Für das zweite Wochenende meines Klinikaufenthalts kündigten sich meine Großeltern an und oh Überraschung Steve. Er brachte sogar ein Kissen mit Foto von sich und Ralf mit. Ja ziemlich kitschig, aber irgendwo auch echt süß. Außerdem hatte er einen Picknickkorb vorbereitet, da wir zusammen in Berlin eine Decke für meinen Aufenthalt gekauft hatten.
Weitere zwei Wochen später stand Steve erneut auf der Matte. Man muss dazu sagen, dass die Klinik nicht um die Ecke lag, sondern 350 Kilometer und etwa 3 1/2 Stunden Fahrtweg entfernt war.
Das zweite Mal hatte er sich allerdings in einer Pension in der Umgebung der Klinik eingemietet für eine Nacht, so dass wir etwas mehr Zeit miteinander hatten. Dieses Wochenende ist auch Kirmes im Dorf gewesen und er Schoss mir einen relativ großen Minion. Auf dem Rückweg vom Dorf in die Klinik kam es dann zum ersten Kuss.
Steve besuchte mich zwei Wochen später wieder und auch, als ich um zwei Wochen verlängert wurde, kam er mich wieder besuchen. Von meiner Station kannten ihn viele und er wurde teilweise schon als Teil der Gruppe gesehen.
Das letzte Wochenende blieb er sogar über zwei Nächte. In der ersten Nacht schlief er bei mir im Zimmer, richtig rebellisch im zweiten Bett meines Dreibettzimmers. Zumindest habe ich ihn dort nach einer halben schlaflosen Nacht hin verbannt.
Zweite Nacht wurde noch rebellischer, eine sehr gute Freundin von meiner Station hatte den nächsten Tag Geburtstag und wollte mit uns rein feiern. Aber nicht langweilig in der Klinik. Nein ein netter Discobesuch war geplant. Gesagt getan, ein weiterer aus unserem Kleeblatt-Team kam aus Kiel, was nicht weit von der Klinik lag. So schmiedeten wir den Plan, bei ihm zu schlafen und in Kiel feiern zu gehen. Natürlich nicht ganz erlaubt über Nacht weg zu bleiben. Aber es war ein verdammt geiler Abend und die anderen haben Augen gemacht, als nach der Entlassung von uns allen ein Video des Abends in der WhatsApp-Gruppe landete. Und wir haben bemerkt, dass wir besser keine Schauspieler werden sollten. Denn trotz Feiertag durften wir nicht ausschlafen, sondern hatten gegen 11 Uhr eine Therapie auf dem Plan stehen. Denn es dürfen keine 3 Tage am Stück Therapiefrei sein und der Feiertag ist ein Montag gewesen. Aber es war eine etwas andere Therapie und hat echt Spaß gemacht.
Am Montagabend fuhr Steve wieder nach Hause und kam mich am Mittwoch-Mittag abholen. Meine acht Wochen waren vorbei und nun ging es wieder nach Hause. Wir fuhren als erstes bei meinen Großeltern ran, welche die Post für mich gesammelt haben und für die ersten Tage eingekauft hatten. Immerhin waren wir erst am späten Abend wieder in der Heimat.
Er brachte mich danach auch noch nach Hause und wir holten gemeinsam Örchen bei seiner Pflegestelle ab, die froh waren ihn los zu werden. Er hat mich sehr vermisst und blöderweise ist vorher nicht aufgefallen, dass er erblindet ist. In seiner gewohnten Umgebung kannte er sich aus, aber in der fremden Umgebung lief er ständig gegen Wände, pinkelte an falschen Stellen und bekam noch Herz- und Lungenprobleme, so dass sie Notfallmäßig mit ihm zum Tierarzt mussten. Also bekam ich meinen Kater mit Ausstattung und jeder Menge Medikamenten wieder. Leider hat er nur noch knapp zwei Monate gehabt, ehe er über die Regenbogenbrücke gegangen ist.
Ralf bekam ich erstmal gar nicht wieder, denn der ist zwei Tage vor meiner Rückkehr stiften gegangen. Tauchte aber nach drei Wochen wieder auf. Vermutlich nur, weil ihn draußen keiner gestreichelt und bekuschelt hat. ;)
Mit Steve lief es in der nächsten Zeit ganz gut. Die Wochenenden war er bei mir und wir verbrachten viel Zeit miteinander. Teilweise blieb er auch in der Woche bei mir, auch als ich teilstationär in einer Tagesklinik gewesen bin. Er brachte mich morgens hin, schlief nochmal und erledigte dann einige Arbeiten, ehe er mich Nachmittags wieder abholte.
Ich lernte seine Eltern kennen, welche super nett waren und mich sofort liebevoll in die Familie aufgenommen haben.
Ich denke, jeder andere hätte mich um meinen Freund beneidet. Er war wirklich sehr liebevoll, sorgte sich rührend und unterstütze mich, auch wenn ich Phasen hatten in denen ich schwer zu ertragen war. Aber irgendwie war es nichts für mich, denn es war viel zu eng und zu viel. Außerdem hatte ich lange Zeit Angst davor, mit ihm über den Missbrauch zu reden und meiner damit verbundenen sehr vorsichtigen und unsicheren Herangehensweise an sexuelle Aktivitäten. Denn immerhin war und bin ich noch Jungfrau, zumindest nach rein biologischer Sicht.
Ich fühlte mich insgesamt immer unwohler, konnte aber nicht benennen, woran es lag. Ich führte Gespräche ohne Ende, aber er verstand es nicht, dass ich meinen Freiraum brauchte.
Im Februar hatte ich einen kompletten Absturz, in dem ich nicht zur Arbeit ging, mich komplett einigelte und mein Handy ausschaltete. Klar machte er sich nur Sorgen, aber ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt, was meine Gesundheit und meine Macken anbelangt, so dass er wusste wenn so etwas ist, einfach in Ruhe lassen und mir etwas Zeit geben, dass ich von selber auf jemanden zu gehe. Mich in so einer Situation sofort unter Druck zu setzen ist absolut kontraproduktiv.
Irgendwann begann ich zu begreifen, ein Grund für den fetten Absturz war neben meiner schlechten Arbeit, bei der ich mich ganz und gar nicht wohl fühlte, auch die Beziehung zu Steve.
Richtig bewusste wurde es mir, als sich das schlechte Gewissen meldete. Ich bekam Ende Februar die Zusage für meine neue Wohnung. Steve hat sehr viel in der Wohnung gearbeitet, bis ich merkte, dass er es aus einem anderen Grund tat. Denn für mich war klar, das wird MEINE Wohnung. Er sagte zwar, er finde es noch zu früh zum Zusammenziehen und hat zudem auch Haus und Grundstück sowie Arbeit 1 1/2 Stunden von mir entfernt, aber ich denke ingeheim hat er es doch gehofft, dass es unsere Wohnung wird.
Das war der Punkt, wo ich merkte, dass etwas ganz gewaltig schief läuft.
Meine große Stärke ist, dass ich wenn ich erkannt habe, was mir nicht gut tut, auch direkt daran arbeiten kann, so dass ich umgehend das Gespräch suchte und ihm meine Situation erklärte. Ich hatte zwar sehr große Angst vor dem Gespräch, denn als Mensch ist er mir extrem wichtig geworden mit seiner fürsorglichen Art. Aber halt nicht für eine Beziehung. Dennoch wusste ich, dass ich ihm nichts vorspielen kann und möchte, denn damit hätte ich ihn nur noch mehr verletzt und kaputt gemacht.
Ich denke ich habe unbewusst, schon sehr viel angerichtet bei ihm. Ich konnte während der Beziehung nicht "Ich liebe dich" sagen, es ging einfach nicht, da ich es nicht gefühlt habe. Einmal sagte er zu mir, er wisse wie schwer mir Gefühle fallen und dass er sich so freut, dass ich es ja schon einmal gesagt habe. Meine total geschockte Antwort: "Was habe ich gemacht?" Nett und einfühlsam ist vielleicht nicht so ganz meine Stärke.

Klar hat es ihn super verletzt, dass ich die Beziehung beendet habe, aber ich war da sehr strikt, denn ich wollte ihm auch keine Hoffnungen machen, um ihn dann wieder zu enttäuschen.

Leider haben Steve und ich heute gar keinen Kontakt mehr, da er auch nach langer Zeit nicht auf Nachrichten reagiert. Finde ich sehr schade, denn als Mensch habe ich ihn wirklich lieb gewonnen.

Wie schon geschrieben vermute ich nun, dass ich als alte Katzenomi enden werde. Aber abwarten, was die Zeit so bringt.

Samstag, 16. Dezember 2017

Comeback

Hey ihr Lieben.
Ich wurde vor einiger Zeit von einer alten Bekannten beim Klassentreffen auf diesen Blog angesprochen und dass sie es total schade finde, dass es keine Updates mehr gibt.
Immer wieder spukte nun das Thema Blog wieder in meinem Hinterkopf umher und ich habe mich nun dazu entschlossen den Blog zu reaktivieren. Vielleicht hilft es mir ja doch einiges in meinem Kopf zu ordnen zu bestimmten Themen. Außerdem ist es doch eine tolle Abwechslung, habe auch gerade einige meiner alten Posts nachgelesen und musste bei einigen doch sehr schmunzeln. ☺

Was hat sich getan bei mir?
Ich habe einen langen Klinik Aufenthalt in Bad Bramstedt hinter mir. Es war so mit die beste, aber auch anstrengendste Zeit in meinem Leben. Ich so viele tolle neue Leute kennen gelernt, die doch alle ähnliche Sorgen und Probleme haben. In den Gruppen-Therapien habe ich mich teilweise gefragt, ob die Leute von ihren Problemen sprechen oder meine Gedanken gelesen haben. Auch unabhängig vom Alter habe ich noch mit vielen aus dieser Zeit Kontakt und man erinnert sich immer wieder gemeinsam an witzige Erlebnisse, von denen es einige gab. Gerade meine Station (die A1 = ADHS im Erwachsenen Alter) war in der Klinik etwas gefürchtet, da wir doch alle einen mehr oder weniger kleinen Knall hatten und es bei uns immer laut und teilweise auch sehr lustig zuging. Schon faszinierend, wie sehr man sich teilweise verstellen kann bzw. wie sehr die Hyperaktivität und die Depressionen sich gegenseitig beeinflussen.

Nach den zwei Monaten in Bad Bramstedt ging es wieder zurück in die Heimat und es folgten zwei Monate teilstationär in einer Tagesklinik. Schrecklichste Zeit überhaupt, auch wenn ich dabei viel über mich und die Entstehung bzw den Zusammenhang einiger meiner Probleme gelernt habe. Aber im Großen und Ganzen ist die Klinik nicht auf ADHS ausgelegt gewesen und daher habe ich eher wenig in die Gruppe gepasst, bis dann eine junge Dame dazu kam, wo ich ebenfalls ne Hyperkinetische Störung vermutet habe. Besagte Dame ist mit einer Borderline-Diagnose entlassen worden. Dazu muss ich erklären, dass ADHS und Borderline sich sehr stark ähneln und sehr schwierig zu unterscheiden sind, wenn man die Unterschiede nicht kennt. Auf jeden Fall war nach 9 Wochen mitten in der Umstellung meines Antidepressivas (war gerade am ausschleichen) kurzfristig Schluss. Ich wurde wegen angeblich zu vieler Fehltage vorzeitig entlassen, dabei hatte ich genau die Tage, die ich haben durfte und es wurden mir Tage an denen ich zu spät gekommen bin als Fehltage angekreidet. Insgeheim denke ich, sie haben nur einen Grund gesucht mich los zu werden.

Seit Dezember letzten Jahres erhalte ich Wiedereingliederungshilfe nach SGB XII, dass heißt eine nette Dame die mich 13 Stunden im Monat betreut und mit mir bestimmte Strukturen erarbeitet. Sie hilft mir sehr weiter und wir verstehen uns auch gut. Dennoch hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich mich auf die Hilfe einlassen konnte. Auch hier bin ich wieder in mein Vermeidungsverhalten gefallen, habe mich eingeigelt und Termine nicht wahr genommen. Es gab ein ernstes Gespräch, später auch mit der Dame vom Sozialamt und mir wurde durch eine Aufgabe (ich sollte schreiben, was mir die Hilfe bringt und was passieren würde wenn ich die Hilfe nicht mehr hätte) klar, wie wichtig meine ambulante Betreuerin für mich ist. Es ist wirklich nur eine Unterstützung und hat nichts mit einem gesetzlichen Betreuer zu tun.

In diesem Jahr habe ich 2 mal die Arbeit gewechselt und arbeite nun seit knapp zwei Monaten in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. War schon immer mein Wunschbereich als Erzieherin. Auch wenn meine Betreuerin immer wieder meint, wie paradox es doch ist, dass ich auf Arbeit Kinder und Jugendliche auf einen guten Weg bringe und doch mein eigenes Leben wenig bis kaum auf die Reihe bekomme. Vor meiner jetzigen Stelle habe ich ein halbes Jahr bei einem anderen Träger der Jugendhilfe gearbeitet.
Und nicht zu vergessen der eine Monat Gastspiel in einer Eltern-Kind-Gruppe im Asylübergangswohnheim. Aber das war absolut nicht meine Stelle, die Kinder waren mir alle zu jung, die Eltern haben nicht mitgezogen und diese Gruppe gab es mit meinem Beginn dort. Also wäre es meine Aufgabe gewesen, alles zu erschaffen, wozu ich mich definitiv nicht in der Lage gesehen habe. Es war mir alleine zu viel Verantwortung.

Außerdem bin ich Anfang des Jahres umgezogen. Ich habe nun eine gemütliche 3-Raumwohnung in zentraler Lage meiner Stadt. Wirklich schöne Ecke und das optimale, ich bin mit Fahrrad innerhalb von 3 Minuten am Kreisverband vom DRK. Das ist für die Ausbildungsabende und Einsätze wirklich extrem praktisch.

Örchen ist leider Ende letzten Jahres gestorben. 😔
Er war zum Ende sehr krank und ich stelle mir teilweise die Frage, ob ich den Zeitpunkt um ihn zu erlösen verpasst habe und ob er sich dadurch sehr gequält hat.
Aber ich habe seit etwa 1 1/2 Jahren einen zweiten Kater (Ralf) und gegen März diesen Jahres kam noch ein weiterer Kater (Mex) dazu.

Das war in absoluter Kurzfassung mein letztes Jahr.
Ein weiteres großes Kapitel des letzten Jahres folgt morgen. Ich bin gleich auf einen Geburtstag eingeladen.

Montag, 18. November 2013

Überdosiert

Wie ich solche Anpassungsphasen bei den Medikamenten doch liebe...

Heute morgen um 6 Uhr eine 20 mg Medikinet Adult genommen und damit den Tag bis um 12 Uhr geschafft.
Nun habe ich mit meiner Ärztin abgesprochen, dass ich zum Mittag noch eine 10 mg nachnehmen kann, damit ich den Tag besser schaffe und mich auch Nachmittags auf die Hausaufgaben konzentrieren kann.
Also habe ich kurz vor 12 Uhr meine Stulle gegessen und noch eine Medikinet genommen.
Keine zehn Minuten später hatte ich heftigste Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit, zeitweise Übelkeit, war kaum in der Lage mich zu konzentrieren und konnte kaum schlucken, da mein Mund so trocken war.
Ich bin dann noch zu meiner FSJ-Stelle gefahren und habe bei der AG Tanzen zugeschaut. In der Pause habe ich mich mit der Lehrerin unterhalten, welche auch den Satz des Tages zu mir sagte: "Hast du am Wochenende gekifft?" Ich schaute sie völlig schockiert an: "Wie bitte?" "Naja ob du am Wochenende gekifft hast, deine Pupillen sind so riesig!" Ich war echt völlig perplex: "Nein habe ich nicht! Die sind immer so groß!"
Im Nachhinein denke ich, dass es auch ein weiteres Symptom war.
Habe dann noch meiner ehemaligen Praxisanleiterin wieder einmal gezeigt wie man Fröbelsterne bastelt.
Auf dem Weg nach Hause habe ich dann einmal gegooglet, was alles so für eine Überdosierung spricht und Leute, ich war definitiv überdosiert.
Meinen Puls habe ich nicht gemessen und als ich es dann doch tat war ich vorher ein wenig Fahrrad gefahren, aber er ist gerast!
Mal schauen, ob ich mich da noch einfuchsen kann mit dem Zeitpunkt, damit ich nicht noch einmal überdosiert bin.
Dieses Gefühl ist echt richtig unschön!

Mittwoch, 10. Juli 2013

Dosierungsanpassung

Ab morgen nehme ich 20 mg Medikinet retardiert. CHECK!
Habe heute das Okay von der Vertretungsärztin meiner Psychiaterin bekommen. Und zwar ist meine Ärztin gerade im Urlaub. Vorher hatte ich bestimmt fünf mal angerufen um mit ihr die Dosierung anzupassen, da ich mit 10 mg am Tag total unterdosiert bin und wieder anfange die Therapie zu verweigern und einfach gar nicht mehr nehme. Immer wurde ich abgewiesen mit "Frau Doktor ruft sie gleich zurück!" Auf diesen Anruf habe ich fünf mal gewartet. Nun war ich gestern in der Praxis um zu erfahren, dass sie jetzt im Urlaub ist.
Heute morgen nach dem Frühstück lauerte das nächste Problem. Ich habe nur noch 12 Tabletten, reicht laut zählen bis zum 22., genau an dem Tag fahr ich in den Urlaub und am 23. ist meine Ärztin aus dem Urlaub wieder da. Also würde ich in der Luft hängen.
Mit mir gekämpft bei der Vertretungsärztin anzurufen und sie zu fragen ob sie mir ein neues Rezept ausstellt. Schließlich sind es BTM-Medikamente und sie kennt mich nicht. Auch habe ich bisher nichts gutes über sie gehört, aber am Telefon war sie sehr freundlich. Zweimal war besetzt, dann war die Ärztin selber am Telefon. Habe ihr erklärt was Sache ist. "Ja naja dann müssen Sie vorbei kommen. Wir stellen ihnen das aus, müssen wir ja als Vertretungsarzt. Wie weit kommen sie denn noch mit den Tabletten?" Habe ihr erklärt wie es aussieht und dachte dann kurz: "Warum fragst du sie nicht auch gleich ob du hochgehen darfst!" Gesagt getan. Habe ihr auch gesagt, dass ich mit 10 mg sehr unzufrieden bin und mich nicht wohl fühle und dass ich ja noch 20 mg Tabletten hier zu liegen habe und damit hinkomme, bis Frau Stein aus dem Urlaub zurück ist. "Also ohne dass ich Sie jetzt kenne würde ich sagen, versuchen sie es einmal mit den 20 mg, wenn es damit auch nicht besser ist, kommen sie vorbei und holen sich ein Rezept!" Jetzt bin ich echt glücklich. Muss sagen, dass ich es besser finde, als noch einmal 5 Euro für die Tabletten zu bezahlen, die dann eh rumliegen und auf ihren Einsatz warten, weil die Dosierung dann nach dem Urlaub angepasst worden wäre.
Mal schauen was der Tag morgen mit 20 mg bringt! 

Donnerstag, 6. Juni 2013

Es geht Berg auf!

Habe ja jetzt eine lange Zeit nichts mehr von mir hören lassen. Mag eigentlich nicht immer Ausreden vorschieben, aber es ging mir psychisch nicht gut, so dass ich keine Motivation hatte hier zu schreiben.
Es ist viel passiert in letzter Zeit und ich werde noch einige Posts fertig machen über die Geschehnisse der letzten Zeit. Ich fange jetzt mit dem aktuellsten an.
Heute ist mein erster Tag, an dem ich wieder Methylphenidat in Form von Medikinet Adult zu mir nehme.
Ich hatte letzten Donnerstag den Termin bei meiner neuen Psychiaterin. Passend dazu ging es mir dann auch immer schlechter, wie ich es schon von damals kenne.
Der Termin selber verlief, sagen wir mal, ganz okay. Also Anfangs war die Therapeutin total nett und sympatisch. Klar war es für mich doof ihr echt alles zu erzählen, was damals passiert ist. Aber ich fühlte mich dabei nicht unwohl. Als wir dann auf das Thema ADHS zu sprechen kamen wandelte sich die Sympathie dann allerdings. Sie frage wie es in einigen Bereichen aussehe ohne dabei Beispiele zu nennen. So kam es sogar dazu, dass ich gesagt habe, dass mein Gedächtnis gut ist. Also wenn ich mich konzentriere zum Beispiel beim Memory oder so. Allerdings renne ich oft durch die Wohnung und suche meinen Schlüssel oder die Geldbörse. Auch kann ich Termine nicht einhalten, also nicht wirklich gut.
Irgendwie blieb nur noch Antriebslosigkeit und Probleme bei der Strukturierung übrig, was ich nicht kann. Sie schaut mich an: "Meinen Sie nicht, dass es mit dem ADHS gar nichts zu tun hat?" Danach war einige Minuten Stille und ich überlegte mir gut meine Antwort. Weiß nicht mal mehr was ich gesagt habe (Gedächtnis ist gut).
Am Ende schaut sie mich an: "Ich kann Ihnen die Tabletten nicht aufschreiben..." Ich mich schon aufgerichtet und war kurz davor richtig los zu legen als sie dann schnell weiter sprach: "Weil ich den Block nicht hier habe! Es ist ja ein Mittel, was auf einem BTM-Block verschrieben wird und das habe ich eher selten. Aber heute war noch jemand mit genau der selben Angelegenheit hier. Muss mich jetzt wohl auf die Suche begeben." Ich musste mich zusammen reißen, dass mir nicht der Mund aufklappt. Wer hat hier bitte ADHS? Sie wolle mich anrufen, wenn das Rezept fertig ist.
Freitag verging und nichts kam. Am Montag habe ich angerufen und bekam die Information, dass Frau Doktor nicht da ist. Dienstag hatte sie dann den Block vergessen, aber versprochen ihn am Mittwoch mit zu bringen.
Also ich gestern hin und musste doch echt noch 20 Minuten im vollen Wartezimmer warten, bis ich dann mein Rezept bekam und die Erklärung, dass wir mit 10 mg retardiert beginnen werden, entspricht also 5mg morgens und 5 mg mittags, die ich morgens nehmen soll. Passt mir eher nicht, da ich ja auch gesagt habe, dass ich auf der Arbeit die Probleme nicht habe sondern eher zu Hause. Wenn ich die Tablette jetzt vor der Arbeit nehme, dann wirkt sie genau bis kurz nach meinem Feierabend im optimal Fall, der eigentlich selten eintritt.
Werde dann telefonisch mit ihr Rücksprache halten ob ich mit der Dosis hoch gehen soll. Und die Tablette Mittags nehmen bringt mir auch nicht viel, da ich ja nicht mehr lange arbeiten werde und dann die Schule beginne in die Tablette morgens dann doch sein muss. Werde dann wahrscheinlich auch Mittags nochmal eine nehmen, damit die Konzentration auch zu den Hausaufgaben noch vorhanden ist.
Allerdings hat meine Psychiaterin in ihrer Praxis keine Therapie-Plätze mehr frei. Als ich das meiner Betreuerin erzählte meinte sie, dass fast alle voll sind. Jetzt werden wir einen Antrag stellen, dass die Krankenkasse mir eine Therapie bei einer Therapeutin die noch nicht Kassenzugelassen ist. Hoffentlich wird es genehmigt, aber ich brauche die Therapie unbedingt für meine Ausbildung.
War gestern übrigens nochmal ein Akt das Rezept einzulösen. Alle wollten es mir bestellen. Ich war in 8 Apotheken und erst in der 8. hatten sie es da. Und ich habe das Rezept schon hingegeben und wollte sagen, sie soll es bestellen. Hatte zu dem Zeitpunkt auch extrem schlechte Laune, die sich dann aber innerhalb von kürzester Zeit gebessert hat.
Heute der erste Tag war sehr gut. Einzige was mich stört, ist das ich wirklich alles andere ausblende, wenn ich mich auf eine Sache konzentriere. Sonst könnte ich Gemüse schnippeln und Tee kochen gleichzeitig, was jetzt leider nicht mehr geht, da ich, wenn ich schnippel, das Klicken vom Wasserkocher nicht mehr höre. Auch beim Abwaschen habe ich die Kinder im Hintergrund total ausgeblendet. Also da war meine Reizoffenheit ein Vorteil, allerdings arbeite ich ja nur noch 4 Tage in der Schule und dann 2 1/2 Wochen in dem Hort und dann ist das FSJ vorbei.

Sonntag, 7. April 2013

Chaoten Samstag

Gestern war der erste Samstag im Monat, das heißt ADHS-Treffen in Berlin. War wieder sehr schön.
Ich fuhr gegen Mittag mit dem Zug nach Berlin rein und traf mich am Bahnhof Zoo mit Luna, wir hatten uns seit Silvester nicht mehr gesehen und freuten uns sehr, dass wir endlich wieder Zeit für einander hatten.
Wir liefen zum Kurfürstendamm zum Vapiano, in dem ihr Freund auch arbeitet, dann erklärte sie mir das Prinzip und wir stellten uns an. Wir standen für mich einige Zeit bei der Pasta an, zwischen durch ging sie schnell zur Pizza und bestellte sich selber eine Magarita. Es dauerte zwar eine kleine Weile die wir angestanden haben, aber das Essen war echt total lecker. Ich liebe Nudeln in Pesto und man bekommt es hier selten im Restaurant, also habe ich es im Vapiano gegessen. Die Portion sah zwar total klein aus, aber ich hatte richtig doll Mühe alles zu schaffen. Es war so sättigend.
Beim Essen sprachen wir über das Thema Beziehung und Luna war auch der Meinung, dass ER sehr oberflächlich war/ist. Sie meinte, dass sie bei ihrem Partner sogar bleiben würde, wenn dieser durch einen Unfall querschnittsgelähmt wäre. Luna`s Freund hat selber eine Muskelschwäche und sein linkes Auge schaut manchmal in eine andere Richtung, als er möchte. Deswegen glaube ich es ihr sogar. Auch ich bin der Meinung, dass eine Behinderung nichts an einer Beziehung ändern würde, denn die Liebe ist doch das, was zählt. Und wenn ich eine Person wirklich liebe, dann ist mir doch auch egal, wie sie aussieht oder ob sie eine Behinderung hat.
Passend zu dem Thema kam in diesem Moment ein älteres Pärchen in den Laden. Er saß im Elektrorollstuhl und sie sorgte liebevoll für ihn. Zog seine Jacke aus und die Gabeln gingen abwechselnd in ihren Mund und dann wieder in seinen, da er seine Arme nicht richtig bewegen konnte. Alleine dieses Bild hat mir gezeigt, dass Liebe doch alles überwinden kann.
Nach dem Mittagessen sind wir zum Alexa gefahren, da Luna neue Kugeln für ihr Helix-Piercing brauchte. Nun war es allerdings schon sehr spät und wir stiegen danach in die nächste S-Bahn zurück Richtung Zoo. In der S-Bahn probierte ich die Cup Cakes, die Luna gemacht hatte. Die waren echt total lecker!!! Also backen kann Luna.
Luna stieg Friedrichstraße aus und ich fuhr noch weiter. War dann eine knappe Viertelstunde zu spät, allerdings fällt das da sowieso nicht auf, denn ich war nicht die letzte!
War im Cafè ein wirklich sehr lustiger Nachmittag. Viel Quatsch gemacht, viel getrunken (bestimmt 1 Liter Saft), über viele ernste Themen geredet und auch viel gemeckert. Dann kam die Frage auf, ob man nicht noch den Abend zusammen verbringen wollte. Einige hatten sich einen Tag vorher schon überlegt Billard spielen zu gehen und so schlossen sich fast alle an und wir fuhren auf die Autos verteilt Billard spielen. Erst versuchten wir unser Glück (mit 11 Leuten) in einem Billardcafe in de Nähe vom Kurfürstendamm. Da war dann allerdings alles voll und so fuhren wir irgendwo in das tiefste Charlottenburg, bevor wir los fuhren haben wir allerdings diesmal angerufen und gefragt ob wir Tische bekomme. Dort hatte man noch 3 Tische frei und so fuhren wir dann Richtung Charlottenburg. Billard war sehr lustig. Wir hatten einen Tisch mit 3 Leuten und an den anderen beiden haben 4 Leute gespielt. Es war echt sehr lustig und auch so Grobmotoriker wie ich haben ein Paar Kugeln versenken können. Ein Spiel habe ich sogar zusammen mit meiner Partnerin gewonnen, da die anderen die Schwarze falsch eingelocht haben. Satz des Abends war dann: "Mach einfach irgendwas!" Weil nur wenige wirklich berechnet haben, ob denn die angespielte Kugel auch in das Loch geht.
Es war kurz nach 21 Uhr als ich dann doch langsam aber sicher nach Hause wollte, da ja noch einiges an Fahrt vor mir lag. Ich suchte mir eine Verbindung vom Bahnhof Charlottenburg raus und lief zusammen mit einer anderen Chaotin, die auch nach Hause wollte, los zur U-Bahn Station und lies mir dann von ihr erklären, wie ich zum Bahnhof Charlottenburg komme, da der nicht an die U-Bahn angeschlossen ist. Es wurde bedenklich knapp. Hatte 5 Minuten zum umsteigen und habe den Aufgang zu den Regionalzügen einfach nicht gefunden. Nach einiger Zeit gab ich auf und nahm eine S-Bahn wieder nach Berlin rein. Ich stieg am Hauptbahnhof aus und wollte zum McDonalds auf eine Pommes und einen Veggieburger. Vorher schaute ich allerdings noch kurz nach, wann mein Zug denn fuhr und OH Wunder, der Zug den ich in Charlottenburg vermeintlich verpasst hatte, hatte 25 Minuten Verspätung dran zu stehen. Ich also auf das Gleis und da haben sie den Zug mit 30 Minuten Verspätung zur Einfahrt angesagt. Also ich rein in den Zug und mich wie ein Honigkuchenpferd gefreut. Die Ernüchterung kam ein paar Minuten später. Wenn der Zug 30 Minuten Verspätung hat, dann werde ich in meiner Stadt den Nachtbus um 5 Minuten verpassen und der nächste fährt eine Stunde später. Ich mir also schon einiges Überlegt, was ich machen könnte. Laufen wollte ich nicht unbedingt. Zumindest nicht alleine im dunkeln. Meine letzten 8.70 Euro hätten für Taxi bestimmt nicht gereicht, da der Bahnhof im Süden ist und ich im Norden wohne. Und warten war auch total doof, da wir nicht einmal eine Wartehalle haben und es schon dezent kalt war.
Neben mir diskutierten auch zwei Junge Männer darüber was sie machten. Ich rang die halbe Zugfahrt mit mir, bis ich sie dann kurz vor Ende ansprach und fragte wo sie hinmüssten. Bei der Antwort freut ich mich, denn sie mussten auch in meinen Stadtteil, allerdings hatten die beiden gar kein Geld bei. Schade, also nichts mit Taxi teilen.
Am Bahnhof hatte ich dann die Wahl zwischen den ganzen Übels, warten, laufen oder Leute fragen. Ich entschied mich (entgegen sonstigen erwartungen) für das letztere und fragte Leute vor den Taxi`s wo sie hinwollten. Bei dem zweiten hatte ich halbwegs Glück. Ein Junger Mann wollte in die Nähe einer Disko, von der aus ich schon einmal nach der Leseshow, nach Hause gelaufen bin. Also fragte ich ihn ob wir uns das Taxi teilen wollten und als er bejahte stieg ich mit ein. Der Taxifahrer fragte, wo wir hinwollten und der junge Mann nannte sein Ziel. Der Fahrer drehte sich um: "Und Sie?" Ich erklärte die Misere mit den 8.70 € worauf der Fahrer meinte, es würde reichen und er fährt mich danach nach Hause. Also haben wir erst den jungen Mann nach Hause gebracht und ich drückte ihm 2,50 Euro in die Hand. Dann fuhr der Fahrer mich nach Hause und von der Stelle bis nach Hause waren es genau 4 Euro reines Streckengeld, was ich bezahlen musste. Ich gab dem Fahrer 5 Euro und war dann glücklich endlich wieder zu Hause zu sein.

Allerdings muss ich sagen, ich freue mich schon sehr auf das erste Wochenende im Mai, wenn es wieder heißt: Chaoten-Treffen! :)

Mittwoch, 3. April 2013

Der kalte Himmel

Ich fange jetzt den Post an zum Film, den ich am Freitag mit meinen Großeltern geschaut habe.
Der Film hieß "Der Kalte Himmel". Es ging um einen Jungen, Felix, der eingeschult werden soll und sehr verhaltensauffällig ist. Er zieht sich immer mehr zurück, ist verschlossen und die Eltern kommen kaum noch an ihn ran. Der ganze Film spielt in den 60er Jahren auf einem kleinen Dorf in Bayern. Also dementsprechend ist die Anteilnahme der anderen Dorfbewohner, die nur denken, dass er ein Depp ist und ihn auf eine Sonderschule schicken wollen.
Papa ist mit dem Jungen total überfordert. Außerdem hat er gerade seiner Meinung nach genug andere Probleme mit seinem Hopfenhof. Die Mutter dagegen setzt sich sehr für den Jungen ein.
Als dann die neue Kantorin Alex aus Berlin kommt findet Mutti in ihr eine Freundin. Allerdings ist der Pfarrer der Meinung, dass eine Frau keine Kantorin sein kann, schon gar nicht auf dem Dorf also fährt Alex wieder nach Berlin zurück. Vorher gibt sie der Mutter allerdings den Hinweis, dass sie Felix von einem Spezialisten untersuchen lassen soll und fährt die beiden nach München.
In München hat man anfangs den Eindruck, dass der Arzt auf Felix eingeht, allerdings wird das Bild gleich darauf wieder eingerissen als der Arzt Felix gegen seinen Willen anfässt und auch hart festhält, obwohl er weiß, dass Felix es nicht mag wenn er angefasst wird.
Die Mutter ist von der Psychiatrie schwer enttäuscht und lernt beim Kaffee mit Alex noch in München einen jungen Arzt aus Berlin kennen. So überredet sie den Vater und reist mit Felix zusammen nach Berlin. Der Arzt erklärt, dass er seine Zeit für die Diagnose braucht und das Verhalten von Felix studieren wird, allerdings wird dies 2 bis 3 Monate brauchen. Da die Krankenkasse eine Behandlung aber nicht bezahlt muss die Mutter einen Job in einer Kneipe annehmen, diesen verliert sie kurz darauf und kellnert darauf hin in einem Strip-Lokal. Ihre Unterkunft finden sie in der Hippie-Kommune von Alex. Diese freie Lebensweise kommt Felix sehr zu Gute und er kommt wieder mehr aus sich raus und baut seine Hemmungen ab. Auch wird seine Mathebegabung entdeckt.
Am Ende stellt der Arzt die Diagnose, dass Felix Asperger hat. Er erklärt beiden Elternteilen, was das für Felix und sie bedeutet, also das er sich nie wirklich in soziale Bereiche einordnen kann und er immer anders sein wird, in seiner eigenen Welt lebt.
Den Satz der Mutter fand ich dann wirklich sehr bewegend: "Aber dann muss er doch schrecklich einsam sein!"
Das Ende bleibt dann für den Zuschauer offen.

Ich muss sagen, dass ich den Film an sich richtig gut fand. Er hat zwar ein beklommenes Gefühl bei mir hinterlassen und ich musste über vieles nachdenken, aber gerade solche Filme mag ich am meisten.
Des Weiteren fand ich es sehr interessant zu sehen, wie krass damals die Zustände in den 60er Jahren waren, also dass solche Behandlungen nicht von der Krankenkasse übernommen wurden und auch die Art der Behandlung. 
Allerdings frage ich mich auch jetzt noch, ob Felix wirklich ein Asperger Autist ist, denn ich finde einige Verhaltensweisen von ihm schon sehr extrem! In einem Forum zum Thema Austismus habe ich darüber auch eine Diskussion gelesen, aber mir war es zu viel Input um mir alles durchzulesen (ADHS lässt grüßen...)

Wenn ich dann bedenke, dass bei mir der Verdacht auf Asperger vorliegt. In der 7. oder 8. Klasse hat mein Klassenlehrer meinen Eltern den Rat gegeben mich auf Autismus testen zu lassen, denn seine eigene Tochter hat selber Asperger und er hat die Zeichen erkannt. Allerdings waren meine Eltern der Meinung, dass er vielleicht einfach zu viel von seiner Tochter in mir sieht.
Aber seit ich denken kann, habe ich Probleme auf andere Menschen zu zu gehen. In der 7. Klasse, als ich neu am Gymnasium war, war ich der totale Außenseiter. Außerdem bin ich immer sehr naiv gewesen und hatte damit oft falsche Freunde, die sich über meinen Rücken nur über mich lustig gemacht haben. Aber mit diesen habe ich zum Glück abgeschlossen. Ich habe lieber weniger Freunde, dafür aber richtige.
Seit ich mich mehr mit dem Thema ADHS beschäftige, beschäftige ich mich auch ein bisschen mehr mit dem Thema Asperger, da es eine Krankheit ist, die in oft in Verbindung zusammen mit ADHS auftritt.
Wenn ich dann zum Beispiel lese, dass eine Hochbegabung den Autismus verdecken kann, würde es mich nicht wundern. Denn zusammen mit der ADHS Diagnose kam auch eine Diagnose, dass ich hochbegabt bin.e
Habe den Test mit den Augen und den Gefühlen auch schon im Internet gemacht und hatte gerade mal 19 Emotionen aus den 36 Augen richtig erkannt. Und dann oft gravierende Fehler wie besorgt statt feindlich, wo ja schon ein gewisser Unterschied besteht.
Bemerke auch einige Verhaltensmuster, die immer wieder gleich ablaufen. Wenn ich zum Beispiel von der Arbeit komme mache im unten im Hausflur Lich an, laufe eine Treppe hoch und drücke dort noch mal auf den Knopf für das Licht und schließe dann meine Tür auf. Oder mein grünes Monster T-Shirt hängt immer an der gleichen Stelle am Wäscheständer.
Auch trete ich häufig in Fettnäpfchen, da ich Probleme habe Gestik, Mimik und die Tonlage der Sprache zu verstehen (also wie der Satz gemeint ist). Deswegen habe ich Uschi die Lügen auch sehr lange geglaubt. Wenn ich genau auf ihre Gestik und Mimik geachtet habe, habe ich auch nichts erkannt. Erst im nachhinein beim Nachdenken fiel mir auf, dass einige Dinge schon dafür sprechen, dass sie lügt.

Warte jetzt so sehr auf den Termin beim Psychiater Ende Mai. Zum einen möchte ich dann wieder auf ADHS-Medikamente eingestellt werden und zum anderen werde ich endlich mal den Mund aufmachen und sagen wie es mir wirklich geht.
Und den Arzt/Ärztin dann auf den Verdacht Asperger ansprechen.